Matthaeus, B. (8)

Matthaeus, B. (8)

8B. Matthaeus, O. S. Dom. (5. al. 7. Oct.). Dieser Selige, aus dem vornehmen Hause der Carrieri in Mantua (daher der Beiname Carrerius) entsprossen, hatte in der hl. Taufe den Namen Johann Franz erhalten. Die Eltern liebten ihn unter allen seinen Geschwisterten am meisten, weil sie ihn immer entweder bei den Büchern oder beim Gebete fanden. Als Jüngling (vgl. Marchese, V. 243–245) trat er mit Erlaubniß seiner Eltern in den Orden des hl. Dominicus und erhielt den Namen Matthäus. Als Novize mußte sein übermäßiger Eifer im Fasten durch den Novizenmeister gezügelt und geregelt werden. Außerordentlich war seine Nächstenliebe. Er gab Almosen aus dem Vermögen seiner Eltern, aber noch mehr war er besorgt für die Nöthen und Drangsale derer, die durch ihre Sünden oder durch schwere Versuchungen an der Seele litten. Er wirkte außer Mantua in Sincino, Vigevano und andern Orten mit großem Erfolge. Als er einst in Toscana gepredigt hatte, empfing er eine Einladung nach Genua zu kommen. Er nahm sie an und schiffte sich nach Savona ein. Das Schiff stieß auf Corsaren, welche es wegnahmen und alle darauf befindlichen Personen gefangennahmen. Nur der Selige und sein Begleiter (er wird bei den Boll. Bruder Cherubinus von Fabriano genannt) erhielten die Freiheit. Unter den Gefangenen waren zwei Frauen, Mutter und Tochter, die weniger den Verlust der Freiheit als die Gefahren, welchen ihre Ehre und ihre Seele ausgesetzt war, bejammerten. Der Selige bat um ihre Freilassung und als sie nicht gewährt wurde, bot er sich zum Ersatze als Gefangenen an. Ueber diese Seelengröße erstaunt, schenkte der Corsaren-Führer nicht bloß den beiden Frauen, sondern allen Gefangenen die Freiheit, indem er sprach: »Gehe hin und bete für mich, denn ich sehe, daß du ein Mann Gottes bist.« Kurz vor seinem Tode, als er im Gebete vor einem Crucifixe lag, welches nachmals in der Ordenskirche zu Vigevano aufgestellt wurde, erschien ihm (wie Marchese erzählt) die Herrlichkeit des Herrn und begnadigte ihn mit der Stigmatisirung seines liebenden Herzens. Er starb am 5. October 1470 oder 1471. Seine Verehrung in Vigevano, wo seine Reliquien in einer schönen ihm zu Ehren erbauten Capelle in einem marmornen Sarge unter dem Altare ruhen, wurde zuerst von Sixtus IV. gestattet und als die Wunderzeichen sich mehrten, im J. 1742 von Benedict XIV. neuerdings gutgeheißen, und findet sich sein Name auch im Ordens-Martyrologium. (III. 248–255).



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