Gondebertus, S. (2)

Gondebertus, S. (2)

2S. Gondebertus, M. (29. April). Der hl. Gondebertus, welcher auch Guntbertus, Gomberdus und Gumbertus geschrieben wird, war ein leiblicher Bruder des hl. Bischofs Nivardus von Rheims und lebte unter dem Könige Childerich II. von Austrasien, welcher sein Schwager gewesen seyn soll, in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Er soll eine Zeit lang einer der ersten Palatine des Reiches gewesen seyn. Seine Frau war die hl. Bertha1. Beide hatten einen großen Eifer für die Erhöhung des Reiches Gottes sowohl in ihnen selbst als auch in Andern. Eine Quelle besagt. er habe in Rheims ein Jungfrauen-Kloster zu Ehren des hl. Petrus (St-Pierre- les-Nonnes) gestiftet. Dasselbe gilt von dem Kloster Avenay Altivillarense monasterium) bei Epernay (Sparnacum), wo er seine Ruhestätte fand. Hier nämlich hatte seine Frau in stiller Beschaulichkeit zu leben beschlossen, nährend er »an den Meeresgegenden« (maritima loca, circa oras Altissalii) dasselbe thun wollte, aber von den noch heidnischen Einwohnern getödtet wurde. Wo dieß geschehen sei, ob in Westflandern oder weiter nördlich, im heutigen (niederländischen) Seeland, ist unentschieden. Da von ihm öfter als einem »Streiter Christi« die Rede ist, so scheint er bei einer Expedition gegen die Normanden gefallen zu seyn. Dahin deuten auch die Worte: Maximam partem amplae possessionis sibi contingentis tradidit eidem loco (derselbe ist nicht genannt), ut exinde milites Christi alerentur, pauperes recrearentur, captivique pro temporum opportunitate redimerentur. (Vita Nr. 5.) Bei der fast gänzlichen Unzuverlässigkeit seiner Acten ist, wie wir glauben, auf die weitere Bemerkung, er sei »gegeißelt, mit Stricken gebunden und zuletzt von einem der Umstehenden mit dem Schwerte getödtet worden,« kein zu großes Gewicht zu legen. Ueber die Lage und Bedeutung von Altissalium haben die Bollandisten lange, aber resultatlose Untersuchungen angestellt. Bei Migne ist Oldenzell, Diöcese Utrecht, angegeben. Der Ort heißt Oldenzaal, ist aber weit vom Meere entfernt und kann um so weniger als das hier gemeinte Altissalium angenommen werden, als die weitere bei Migne sich findende Angabe, die hl. Bertha1 habe ihren Mann dahin begleitet, gleichfalls als irrig bezeichnet werden muß. Die Aehnlichkeit des Namens allein kann, bei dem Nichtzutreffen aller andern Umstände, kein Gewicht haben. Daß aber die hl. Bertha bei einem andern Anlaß und nicht zugleich mit ihrem Mann getödtet worden, ist Bd. I. S. 469 erzählt. Er ruht an der Seite seiner (gleichfalls ermordeten) Gattin Bertha. An ihrem Grabe zu Avenay würdigte sich Gott viele Wunder zu thun. (III. 620–625.)



http://www.zeno.org/Heiligenlexikon-1858. 1858.

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