- Johannes Hispanus, B. (210)
210B. Johannes Hispanus, (25. Juni), ein Karthäuser-Prior in Savoyen, war von bürgerlichen Eltern in Spanien geboren und zwar an einem Orte, welcher Almanceps genannt wird und nach den Bollandisten wahrscheinlich in Navarra oder einer anderst nahe bei Frankreich gelegenen Grafschaft war. In einem Alter von 13 Jahren ging er mit einem Begleiter zum Zwecke wissenschaftlicher Ausbildung nach Frankreich, kam nach Arles (Arelate), lebte später längere Zeit bei einem Einsiedler und trat dann an einem Orte, welcher Monsrivius heißt, aber von den Bollandisten nicht näher bestimmt werden kann, in den Karthäuser Orden, wo er eine Zeit lang im Kloster das Amt eines Sakristans versah. Später kam er nach Chartreuse (Cartusia) zum hl. Anthelmus (s.d.), und von dort wurde er von seinen Obern mit einigen Andern nach der jenseits des Genfer-Sees gelegenen Provinz le Faussigny oder Faucigny (Faucinium, Falciniacum) in Savoyengeschickt, um sich dort anzusiedeln. Auch wurde er Prior der neuenklösterlichen Gemeinde (Repausatorium) und starb dort nach 9 Jahren im J. 1160. Bezüglich seines Begräbnisses hatte er angeordnet, daß er neben den zwei Hirten von Aroz oder Agnes, die in der Nähe des Klosters von einer Schneelawine getödtet worden waren, und die er neben dem Kloster hatte begraben lassen, ebenfalls begraben werde. Später wurde über seine Ruhestätte eine Kapelle gebaut. Im J. 1649, als der Fürstbischof Karl August de Sales von Genf auf seinen Visitationsreisen auch in dieses Karthäuser-Repausatorium kam, wurde der Leib unsers sel. Johannes in die Sakristei der Kirche gebracht und im folgenden Jahre am Feste des hl. Bruno mit großer Feierlichkeit in ein besonderes, sehr werthvolles Behältniß gelegt. Die Bollandisten haben mehrere Wunder verzeichnet, die auf seine Fürbitte geschahen, z.B. die Heilung eines Epileptischen, einer Fieberkranken etc. (V. 143.)
http://www.zeno.org/Heiligenlexikon-1858. 1858.