Leus, S.

Leus, S.

S. Leus, (1. Aug.), auch Leo, ein Priester und Bekenner zu Montefeltre (Mons Feretranus), der zu Vicovenza oder Voghenza (Viguentia, Vicohabentia) in der ital. Diöcese Ferrara als deren Patron verehrt wird. Der Bollandist Sollerius sagt, daß fast Alles dunkel sei, was auf diesen Heiligen sich bezieht. Sein Leben ist kurz in den Brevier-Lectionen enthalten, die der Kirche von Montefeltre im J. 1651 concedirt wurden. Nach diesen war der hl. Leus (Leo) ein Illyrier, bei Arbe (Arba Liburnia) auf der setzt zu Dalmatien gehörigen Insel Arbe (auch Scardona und Grossa genannt) an der illyrischen Küste von christlichen Aeltern geboren und von Jugend auf dem Dienste Gottes ergeben. Da er älter wurde, beschloß er mit seinem Mitbürger Marinus in die Fremde zu reisen und dort ein einsames gottgeweihtes Leben zu führen. Sie kamen zuerst nach Rimini (Ariminium), wo sie als Steinhauer arbeiteten und die armen Christen, welche auf Befehl des Kaisers Diokletian in die Bergwerke geschickt worden waren, in ihrem Glauben befestigten und auch mit ihrem Gewinne unterstützten. Hierauf wurden sie auf den benachbarten Berg Tetanus115 geschickt, um dort Marmorsteine heraus zu nehmen und zu behauen. Nachdem sie dort 3 Jahre lang gearbeitet hatten, verließ der hl. Leus den hl. Marinus und begab sich allein nach dem nahen Montefeltre116, wo er in Gebet und Abtödtung ein einsames Leben führte, nachdem er sich auf dem Berge eine Hütte gebaut hatte, aus welcher später die jetzige Stadt San Leo117 im Gebiete von Urbino im Kirchenstaate entstand. Da der Ruf von seiner Frömmigkeit immer mehr sich verbreitete, ließ ihn der hl. Bischof Gaudentius9 von Rimini zu sich rufen, damit er ihn gegen die Arianer unterstütze. Da er seine Demuth, Frömmigkeit und Weisheit immer mehr erkannte, weihte er ihn zum Priester und – wie die andere Vita sagt – den hl. Marinus, der auch mit dem hl. Leus berufen war, zum Diakon. Nachdem sie dem Bischofe noch einige Zeit Hilfe geleistet hatten, kehrten sie wieder in ihre Einsamkeit zurück, wo der hl. Leus nach einiger Zeit gottselig starb am 1. August. Die größte Schwierigkeit bei diesen Acten liegt darin, daß die hhl. Leus und Marinus mit den Kaisern Diokletian und Maximinian in Verbindung gebracht werden, welche im 3. Jahrh. regierten, während der hl. Bischof Gaudentius von Rimini, der sie geweiht hat, im 4. Jahrh. lebte. Da in der Vita überdieß von Bekämpfung der Arianer die Rede ist, so glauben die Bollandisten, daß die beiden Heiligen unter Kaiser Constantius im 4. Jahrh. lebten und starben. Der Leib des hl. Leus, welcher vom Volke hoch verehrt wurde, war lange Zeit in der nach ihm genannten Stadt San Leo, wo er gestorben war, aufbewahrt, kam aber dann – wie Einige sagen, durch den Kaiser Heinrich II. im J. 1014 – nach Vicovenza bei Ferrara, von wo im J. 1609 einige Reliquien nach San Leo zurückgebracht und in der ihm zu Ehren im J. 1100 erbauten und nach ihm genannten Kirche feierlich beigesetzt wurden. Neben der Zelle, die der Heilige sich erbaut hatte, floß und fließt eine Quelle, dessen Wasser für Fieberkranke heilsam seyn soll. Im Mart. Rom. findet sich zwar der hl. Marinus, aber nicht unser hl. Leus, den die Bollandisten am 1. Aug. ausführlich behandeln. (I. 46–51).



http://www.zeno.org/Heiligenlexikon-1858. 1858.

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